Gefährliche Arzneimittelwechselwirkung

Das Risiko steigt mit der Anzahl

Arzneimittelwechselwirkungen - auch Interaktionen können bei gleichzeitiger Einnahme verschiedener Arzneimittel auftreten. Das Risiko steigt mit der Anzahl an gleichzeitig einzunehmenden Medikamenten. Die erwünschte Wirkung kann dadurch verstärkt, abgeschwächt oder aufgehoben werden. Zusätzlich kann das Auftreten von Nebenwirkungen begünstigt werden. Ein aktueller Medikationsplan ermöglicht Ihrem Arzt oder Apotheker Ihre Medikation entsprechend zu prüfen und Ihre Arzneimitteltherapie sicher zu gestalten.

Schnellübersicht

  • Die Wahrscheinlichkeit für Interaktionen steigt mit der Zahl gleichzeitig eingenommener Medikamente.
  • Arzneimittelwechselwirkungen können die Therapie verstärken oder abschwächen sowie Nebenwirkungen hervorrufen.
  • Nicht jede Wechselwirkung ist in der Praxis von Bedeutung.
  • Nur Ärzte und Apotheker können Interaktionen sinnvoll interpretieren und Lösungen zu ihrer Vermeidung finden.
  • Der Medikationsplan verschafft Übersicht.

Wie Sie eine Arzneimittelinteraktion vermeiden

Vorarbeit

Verschaffen Sie sich einen Überblick über alle Medikamente, die Sie einnehmen. Sollten Sie das Gefühl haben den Überblick zu verlieren, lassen Sie sich von Ihrem Arzt einen aktuellen Medikationsplan erstellen. So haben Arzt und/oder Apotheker die Möglichkeit Ihre Medikation auf Wechselwirkungen zu prüfen und Lösungen zur Optimierung zu finden.

Was ist ein Medikationsplan?

Der Medikationsplan listet alle Medikamente auf, die Sie einnehmen müssen. Das sind neben den ärztlich verordneten Arzneimitteln auch die verschreibungsfreien Arzneimittel aus der Apotheke. Ein Medikationsplan steht Ihnen zu, wenn Sie gleichzeitig drei oder mehr Arzneimittel dauerhaft einnehmen. Der Plan wird nach einheitlichen Standards erstellt, egal ob ihn andere Ärzte, Apotheker oder Ärzte im Krankenhaus aktualisieren. Das erleichtert das Verständnis und erhöht die Übersichtlichkeit.

Was ist Ihr Mehrwert?

Der Medikationsplan macht die Arzneimittelversorgung sicherer, weil er Sie und die mit- und weiterbehandelnden Ärzte und Apotheken darüber informiert, welche Präparate Sie wirklich gerade einnehmen. Das klingt zunächst trivial allerdings weiß Ihr Hausarzt oftmals nicht welcher Facharzt Ihnen welche Arzneimittel verordnet.

Der große Mehrwert liegt also darin, dass Ihr Arzt oder Apotheker alle notwendigen Informationen für einen Interaktionscheck auf einen Blick vorliegen hat. Neben den Aspekten der Arzneimitteltherapiesicherheit haben sie mit dem Medikationsplan ein einfaches Werkzeug an der Hand, welches Sie daran erinnert, wann Sie welches Medikament einnehmen müssen. Im Ergebnis profitieren Sie von einer optimierten Arzneimitteltherapie — ohne unerwünschte Arzneimittelwechselwirkungen.

Achtung!

Nicht jede theoretische Wechselwirkung ist tatsächlich auch klinisch relevant. Eigene Recherchen in Online-Datenbanken können lediglich als Gesprächsgrundlage für den Dialog mit Arzt oder Apotheker dienen. Setzen Sie auf keinen Fall eigenmächtig Arzneimittel ab, nur weil sie angeblich eine ungünstige Wechselwirkung hervorrufen.

Veröffentlicht: 27.10.2021 - Aktualisiert: 26.09.2022