Wut befreit - von einem langen Leben

Die unbändige Wut, die einfach mal raus muss

Jeder kennt sie: Die unbändige Wut, die einfach mal raus muss. Das Gefühl, wie gut es tut, jemandem mal seine Meinung sagen. Ja, manch Einer rastet auch gerne einfach mal so aus und schreit herum. Das ist so ungemein befreiend, als ob einem eine schwere Last von der Schulter fällt. Allerdings nur für den Moment.

Leider befreit Wut auf Dauer zuverlässig von einem langen Leben

Wer häufig zu Wutausbrücken oder zornigen Anfällen neigt, dessen Herzinfarkt und Schlaganfallrisiko erhöht sich enorm, so zumindest eine Studie. Wer sich also ein längeres Leben wünscht, sollte gelassener werden und in sich ruhen.

Woher kommt Wut und welche Funktion hat sie?

Vor allem unangenehme oder frustrierende Ereignisse bringen uns dazu, wütend zu werden. Wut tritt auf, wenn man etwas ändern will. Wenn man mit etwas nicht einverstanden ist, ob bei sich selbst oder bei anderen. Wer zum Bsp. einen Termin vergessen hat, ärgert sich und will das ändern. Das gilt auch, wenn man wütend über das Verhalten eines Kollegen oder Vorgesetzten ist. Sprich, ohne Wut- oder Zornes- Anfälle gäbe es auch keine Veränderung.

Wut und Zorn haben verschiedene Formen

Wut und Zorn begegnen uns im Alltag in den verschiedensten Formen. So kann sie aggressiv oder eifersüchtig sein. Zorn oder Wut sind auch traurig-frustrierte Gefühle. Mal ist die Wut unerwartet und explosiv, mal frisst man den Zorn in sich hinein. Man steht dem Gefühl ohnmächtig gegenüber. Manchmal verspürt man eine kalte Wut, ein ander mal könnte man heulen. Die Zornesfalten graben sich in unser Gesicht und so mancher ist ganz außer sich vor Raserei.

Fakt ist aber: Wut ist für den Gegenüber schwer zu ertragen.  Aber nicht für das Gegenüber. Man selbst muss die eigene Wut auch aushalten. Zwar gilt wie gesagt: Ohne Wut keine Veränderung – aber auf Dauer wütend oder zornig sein, macht uns krank!

Was passiert während eines Wutanfalls

Wenn jemand den Zornigel macht, spricht, wenn sich jemand seinem Wutausbruch hingibt geschieht folgendes Im Körper:

  • Das Herz klopft
  • Man errötet
  • die Herzfrequenz erhöht sich, der Blutdruck steigt
  • der Körper ist in Alarmbereitschaft
  • Die Stresshormone Adrenalin und Noradrenalin werden ausgeschüttet
  • Vermehrt werden auch Testosteron und Kortisol ausgeschüttet

Andauernder Stress und Ärger können daher zu Herzproblemen oder Schlaganfällen führen. Eine Studie, die in der Fachzeitschrift "European Heart Journal" veröffentlicht wurde, stellt die Vermutung in den Raum, dass es einen Zusammenhang zwischen intensiven negativen Emotionen und dem Risiko für Herzinfarkt und Schlaganfall gibt.

Der chinesische Philosoph Konfuzius sagte.

"Wenn die Wut wächst, denke an die Konsequenzen."

 

Was passiert nach einem Wutanfall

In den zwei Stunden nach einem Wutanfall ...

  • steigt das Risiko für einen Herzinfarkt nahezu um das Fünffache
  • steigt die Gefahr eines Hirninfarkts um mehr als das Dreifache
  • steigt das Risiko eines platzenden Aneurysmas im Kopf sogar um mehr als das Sechsfache

Was also tun?

Den Zorn einfach runterschlucken oder so ausgeglichen werden, dass man nie wieder einen Wutanfall hat? Auch das ist nicht der richtige Weg! Denn wissenschaftliche Studien zeigen, dass auch zu häufig unterdrückte Wut Krankheiten hervorrufen kann. Unter anderem wurden ein erhöhter Cholesterinspiegel und Bluthochdruck, sowie Erkrankungen des Herz Kreislauf-Systems genannt. Manche Psychologen gehen davon aus, dass unterdrückte Wut sogar eine Ursache von Depressionen, Essstörungen und Alkoholismus ist.

Was lernen wir daraus?

Wut rauslassen führt zu Herz Problemen, das Risiko eines Herzinfarkts oder Aneurysma steigt. Wut zu unterdrücken, kann aber auch zu Krankheiten führen, die vergleichbar mit ständiger Belastung durch Stress sind.

„In der Wut verliert der Mensch seine Intelligenz“ sagte einst der Dalai Lama.

Wie also mit Wut umgehen

Mal wütend sein gehört zum Leben dazu. Ärger lässt sich eben nicht vermeiden. Und nur derjenige, der etwas sagt und den Mund aufmacht, kann Veränderungen hervorrufen. Doch niemand will mit jemandem zusammenleben, der (oder die) ständig wütend ist. Und für einen selbst ist das Gefühl des ständigen Zorns auch nicht wirklich positiv.

Fazit:

Ab und zu wütend sein, tut gut. Aber Stress abbauen und erst gar nicht allzu wütend zu werden, ist fast schöner und ist vor allem viel gesünder für den Körper und die Seele!

18 Wege, glücklich und entspannt sehr alt zu werden

7 Tipps, um schnell Stress und Aggressionen abzubauen

1. Atmen. Tief und lange  - Dabei in Gedanken mindestens bis Zehn zählen. Das beruhigt den Geist und bringt dich runter.

2. Ab nach draußen - Ein paar Minuten an der frischen Luft wirken Wunder.

3. Stressball kneten - Das kanalisiert die Wut und kein anderer kriegt sie ab.

4. Sport treiben - Die ganze angestaute Wut bei einer schnellen Joggingrunde rauslassen.

5. Den Körper ablenken - Ein starker Körperreiz, wie z. b ein Kälteschock, kann von der Wut ablenken. Einfach kaltes Wasser über die Unterarme laufen lassen.

6. Der Wut ein Stoppschild zeigen - Merkst du, dass du wütend wirst, ganz bewusst die Gedanken stoppen – konzentriere dich einfach auf eine andere Tätigkeit.

7. Selbstgespräche über das führen, was dir Ärger bereitet - Frust, Stress und Ärger finden so ein Ventil nach draußen.

11 Tipps, um dauerhaft entspannt zu bleiben

1. Waldbaden - Regelmäßig in den Wald, auf eine Lichtung und die Natur genießen – das erdet.

2. Sport treiben und sich körperlich abreagieren - Das lenkt Wut effizient um und man ist insgesamt entspannter...

3. Entspannungstechniken anwenden - Entspannungstechniken wie progressive Muskelentspannung nach Jacobson, Qigong oder Achtsamkeitsmeditation helfen, Gefühle besser im Zaum zu halten. Regelmäßig üben und anwenden ist allerdings wichtig.

4. Ausreichend schlafen - 7 bis 8 Stunden sind perfekt für einen Erwachsenen. Wer ausgeruht ist, den bringt nichts so schnell aus dem Gleichgewicht.

5. Nicht gleich Rache ausüben wollen du im Affekt handeln - Ziehe dich zurück und denke nach. Meist ist nach einiger Zeit die größte Wut verflogen und man kann rational handeln und denken.

6. Akzeptanz! - Akzeptiere Dinge oder Menschen, die du nicht ändern kannst Verschwende keinen Atem gegenüber etwas, das du nie ändern wirst und werde dem Gegenüber gelassener.

7. Schreiben Schreibe deine Wut jedes Mal in ein „Wutbuch“. - Meist verraucht der größte Zorn schon beim Schreiben.

8. Soziale Kontakte pflegen - Wenn man mit einem guten Freund über Probleme oder Ärgernisse reden kann, kann man damit auch gelassener umgehen.

9. Ein Haustier haben - Haustiere sind ein Ruhepol und vermitteln Geborgenheit. Angeblich schläft man auch besser, wenn ein Haustier mit in den Federn liegt.

10. Bewusst durchs Leben gehen - Auch das Bewusstsein über eigene Stressauslöser und die Reaktion darauf hilft, Wut vorab zu unterbinden.

11. Einen Perspektivenwechsel machen - Denn vom Mond aus betrachtet spielt das alles gar keine so große Rolle. Der Wechsel in die Vogelperspektive hilft ungemein, die eigenen Gedanken zu kontrollieren und zu lenken.

Veröffentlicht: 04.08.2021 - Aktualisiert: 26.09.2022